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Delay's Finest #17 Motorrad – Griechenland, mal anders

Delay's Finest #17 Motorrad – Griechenland, mal anders
Links Meer, rechts Meer, und dazwischen: wir. Griechenland, mal anders.

Ahoi!

Eigentlich wollten wir 2025 nach Schottland. So wie 2024 und 2023. Doch zu viele Berichte über zu viele geklaute Motorräder liessen uns, an unserem Vorhaben via Eurotunnel und England nach Schottland zu fahren, zweifeln. Wir beschlossen darum spontan, Griechenland unter die Räder zu nehmen. Dort waren wir noch nie. Spannend.

Via Alpen (grandios), Umbrail Pass (kurvig) und Po-Ebene (langweilig) gingen wir in Ancona an Bord. Die griechische Fähre: ein Traum. Grosse Kabine, gemütliches Bett, freundliche Besatzung (ja, gibt es) und gutes Essen. Entspannt und ausgeschlafen landeten wir am nächsten Morgen in Igoumenitsa im Norden Griechenlands. Die Zeit in Griechenland? Super. Freundliche Menschen, leckeres Essen, viele Kurven, unendlich viele Kurven. Der Strassenbelag in den Bergen war allerdings bei Regen (ja, gibt es) tückisch glatt. Und in Städten wie Patras sogar wenn es trocken ist. Egal. So viele tolle und abwechslungsreiche Landschaften! Im Landesinneren so ganz anders als das Griechenlandklischee, sah es doch teilweise in den Wäldern und Tälern eher so aus, wie wir uns Kanada vorstellen.

Man muss übrigens nicht nach Athen, um die Baukunst der Akropolis zu bewundern: Der Architekt des Parthenon baute auch auf dem Peloponnes einen Tempel zu Ehren Apollons, in 1'150 Metern Höhe. Echt beeindruckend: die Grösse, das Gestein, das in der Region des Tempels nicht vorkommt. Und auch die Statik und Genauigkeit der Handwerkskunst.

Auf den Strassen herrschte reger Wildwechsel: Immer wieder begegneten uns Schildkröten. Insgesamt 17 Tiere brachten wir in Sicherheit. Jede bedachten wir mit einem Namen, vorzugsweise aus der griechischen Antike und Mythologie: von Sokrates, über Persephone bis Zeus. Kurz: Eine Reise nach Griechenland lohnt sich.

Die Rückreise verlief allerdings nicht so entspannt, weil die griechischen Fähren bestreikt wurden. Offiziell ein 24-Stunden-Streik, der offenbar schon drei Tage andauerte. Mit viel Glück ergatterten wir noch Tickets für eine italienische Fähre, die sich so ziemlich als Gegenteil der Hinfahrt entpuppte: klein, überfüllt und unkomfortabel. Die Mannschaft war selbst für italienische Fähren unfreundlich und missgelaunt. Unsere Moppeds mussten an Deck schlafen. Wir auch. Ja, richtig gelesen: wir auch. Auf der Fähre gab es keine freie Kabine, keine Schlafsessel, ja nicht mal eine Bank oder ein Plätzchen, das nicht schon besetzt gewesen wäre. waren auf Apartments, Hotel und Kabine und nicht auf Camping eingestellt. Und dementsprechend ausgerüstet: nämlich gar nicht bzw. nur mit einem dünnen Baumwollschlafsack, der in der Bettlakenliga spielte.

Ein freundlicher Türke lieh uns zwei Decken für die Nacht. Pappkartons aus der Küche dienten als Unterlage. Nach knapp 24 unbequemen und endlosen Stunden bei 24-Stunden-Flutlicht (für die Rettungsboote), von der Decke tropfendem Wasser und einer Tür, die dank der Raucher alle paar Minuten lautstark ins Schloss fiel, kamen wir dann doch irgendwann in Italien an. Immerhin. Kurz keimte in uns die Hoffnung, dass wir vielleicht, da wir zuletzt aufs Schiff kamen, dieses auch als erstes wieder verlassen könnten. Doch diese Hoffnung schmolz unter Italiens Sonne: Wir harrten noch eine Stunde in Vollmontur bei den Motorrädern aus, bis wir dann – nachdem alle LKW, PKW, Wohnmobile, Lieferwagen und Motorräder der unteren Parkdecks den Kahn verlassen hatten – auch endlich wieder festen Boden unter den Rädern hatten. Müde, ausgehungert und verschwitzt, wollten wir nur noch eines: ein Bett und unsere Ruhe.

Dieses Jahr waren wir auf Kreta. Mit dem Flieger und Mietmotorrädern. Doch das ist eine andere Geschichte.

Kein Wunder wohnten dort die Götter.

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