Delay's Finest #3 – #motorrad

Newsletter vom 05.10.2021

Hi!

Herzlich willkommen zur dritten Ausgabe meines Newsletters. Wie versprochen: kurz und knackig – und nicht zu oft.
In eigener Sache: Falls dir gefällt, was du liest, leite ihn an zwei gute Freunde oder Freundinnen weiter. Oder den vom September.

Braunschweiger Visionen: Gutes Rad ist teuer
Das Elektromotorrad von Novus sieht ungewohnt aus. Kompromisslos. Das erklärte Ziel des Braunschweiger Start-ups: die Vorteile eines Pedelecs und eines Motorrads zu vereinen, aber optisch weder das eine noch das andere zu imitieren. Beim Design herrscht maximaler Minimalismus.


Ganz und gar nicht minimal ist dafür die Technologie. Im Gegenteil: Der Rahmen ist aus Carbon und wiegt nicht einmal sieben Kilogramm. Die Felgen sind ebenfalls aus dem leichten und teuren Verbundfasermaterial. Die Elektrik ist geschützt – und unsichtbar – im Rahmen verstaut. Ein speziell entwickelter Motor auf der Hinterradnabe treibt die Fuhre an. Je nach vorhandener Fahrerlaubnis mit mehr oder weniger Leistung.

Elektrozampano Elon Musk war so begeistert, dass er den Prototyp kaufen wollte. Er holte sich einen Korb. CEO René Renger holte sich ebenfalls einen Korb: In der Höhle der Löwen fand er keine finanzielle Unterstützung für seine Vision.

Renger bezeichnet das Novus-Bike als Herzensprojekt. Das passt, denn Liebe fragt nicht nach dem Preis. Interessenten und Interessentinnen jedoch schon.
Rund 36'000 Euro muss man für das Highend-Bike mindestens locker machen. Dafür wird aber jedes Exemplar in Kleinserie von Hand gefertigt. Kompromisslos eben. Auch im Preis.

Für so viel Geld bekommt man auch ein Auto, sagst du? Stimmt, sag ich. Sogar ein elektrisches. Aber eben: halt nur ein Auto. Und keine futuristische Design-Vision auf zwei Rädern.

Ich bin hin- und hergerissen, wie ich das Novus-Bike finden will. Fahren würde ich es allerdings auf jeden Fall gerne mal.


Schreib mir doch deine Meinung zum Bike von Novus. Die würde mich brennend interessieren: matthias [@] playoutrightnow.com

CEO René Renger und sein Renner: 80 kg, 0-50 km/h in zwei Sekunden, Vmax 130 km/h. (Foto: Novus)

Die italienische Angelegenheit
Für die Handelszeitung habe ich meine Erfahrungen mit der Ducati Multistrada V4 beschrieben:

Ducati Multistrada V4: Anders, besser
Braucht man eine Reiseenduro mit 170 PS? Nein. Aber es macht Spass. Ducati lässt mit der vierten Generation der Multistrada charakteristische Stilelemente verschwinden: Vier statt zwei Zylinder, der Gitterrohrrahmen ist Geschichte, und – Himmel, hilf! – sogar die Desmodromik (bitte googeln!) muss dran glauben. Die Gemeinde jammert: Das ist keine richtige Ducati!
Weiter lesen

Good news

  • Reformiertes Rasergesetz: Zukünftig haben Schweizer Richter und Richterinnen wieder einen Ermessensspielraum, ob bei einem «Raserdelikt» eine Freiheitsstrafe verhängt wird. Die aktuelle Gesetzeslage sah eine Mindeststrafe von einem Jahr Gefängnis vor.
  • Menschen mit Beeinträchtigung im Beiwagen: Motorrad-Club lud zum 15. Mal zum Motorradausflug im Seitenwagen ein. [Video]
  • Triumph zündet Phase 2: In Grossbritannien wird der Sprit knapp. Brexit sei Dank. Da kommt die Elektrifizierung natürlich gerade recht. Die britische Motorradschmiede stellt den Antrieb der E-Triumph TE-1 vor. Gespannt warte ich, was Phase 3 bringen wird.


Vielen Dank fürs Einschalten.
Herzliche Grüsse
Matthias

PS: Ich hoffe, dass ich interessante Nachrichten für dich zusammengestellt habe. Über Feedback, Hinweise und andere Nachrichten freue ich mich sehr.

PPS: Es wird eine Zeit kommen, in der sich Stadtbewohner den sonoren Klang von Verbrennungsmotoren zurückwünschen werden. Ab dem 1. Juli müssen neu zugelassene Elektroautos (und Hybride) bis zu einer Geschwindigkeit von 20 km/h und beim Rückwärtsfahren künstlich ein Geräusch erzeugen, so will es die EU.
Was sich die Autofirmen hierzu einfallen lassen, lässt eine Kakofonie des Grauens erwarten – insbesondere, wenn diese Fahrzeuge gemeinsam im Stop-and-go-Modus unterwegs sein werden. Aber hör selbst.